Küchenplanung im Neubau: Wann Sie damit anfangen müssen

Küchenplanung im Neubau im Kreis Göppingen — Rohbau mit Anschlüssen

Wer neu baut, denkt an hundert Dinge. Die Küchenplanung im Neubau steht selten oben auf der Liste — schließlich zieht man erst in einem Jahr ein. Genau da beginnt das Problem. Bei uns in Göppingen sitzen jedes Jahr Bauherren aus dem Kreis Göppingen im Studio, deren Elektroplanung längst abgeschlossen ist. Dann wird es unnötig teuer.

Der Satz, um den es geht, lautet: Die Küche muss geplant sein, bevor der Elektriker die Leitungen zieht. Alles andere folgt daraus.

Der teuerste Fehler im Neubau

Im Rohbau werden Leitungen in Wände geschlitzt und Dosen gesetzt. Danach kommt der Putz, dann der Estrich, dann der Bodenbelag. Jede Änderung nach dem Verputzen bedeutet: aufstemmen, neu verlegen, zuputzen, streichen.

Wenn die Küche zu diesem Zeitpunkt noch nicht geplant ist, rät der Elektriker. Er setzt Steckdosen dorthin, wo sie meistens sitzen. Und dann steht die Spüle 40 Zentimeter neben dem Wasseranschluss, der Kühlschrank hat keine eigene Dose, und der Starkstromanschluss für das Kochfeld liegt an der falschen Wand.

⚠️ Häufiger Planungsfehler

„Die Küche machen wir zum Schluss.“ Der Satz kostet regelmäßig einen vierstelligen Betrag. Nicht für die Küche — für Stemmarbeiten, Nacharbeiten am Putz und Kompromisse, mit denen Sie dann 20 Jahre leben.

Der Zeitplan im Überblick

Als Orientierung für ein normales Einfamilienhaus:

Zeitpunkt Was ansteht
Sobald der Grundriss steht Erstes Beratungsgespräch. Küchenform und ungefähre Position von Spüle, Herd und Kühlschrank klären.
Vor der Elektroplanung Die Küchenplanung muss vorliegen. Sie ist die Grundlage für den Elektroplan.
Vor dem Rohbau-Innenausbau Entscheidung Abluft oder Umluft — der Mauerdurchbruch muss jetzt fallen.
Nach dem Estrich, vor der Bestellung Aufmaß mit den echten Maßen. Der Bodenaufbau muss feststehen.
Mehrere Wochen vor dem Einzug Bestellung. Lieferzeiten im Küchenbau liegen üblicherweise bei mehreren Wochen.

Die praktische Regel: Sprechen Sie mit einem Küchenplaner, sobald Sie den Grundriss haben — nicht, wenn der Estrich trocken ist. Das Erstgespräch ist bei uns kostenfrei und verpflichtet zu nichts. Wie es abläuft, steht auf unserer Seite zur Küchenberatung.

Was von Ihrer Küche abhängt: Elektro

Der Elektroplan hängt fast vollständig an der Küchenplanung. Diese Punkte lassen sich später nur mit Aufwand ändern:

Starkstrom für das Kochfeld. Ein Kochfeld benötigt in der Regel einen 400-Volt-Anschluss. Er muss dort liegen, wo das Kochfeld hinkommt — und der Anschluss selbst darf ausschließlich von einer Elektrofachkraft ausgeführt werden.

Eigene Stromkreise. Backofen, Geschirrspüler, Kühl- und Gefriergerät sowie die Steckdosen über der Arbeitsplatte wollen sinnvoll aufgeteilt sein. Sonst fliegt die Sicherung, sobald Wasserkocher und Toaster gleichzeitig laufen.

Steckdosen über der Arbeitsplatte. Deren Position hängt an der Nischenhöhe — dem Abstand zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank, üblicherweise 50 bis 60 cm. Sitzt eine Dose zu hoch, verschwindet sie hinter dem Oberschrank. Zu tief, und sie liegt hinter der Nischenrückwand.

Anschluss für den Dunstabzug an der richtigen Stelle — bei einem Muldenlüfter im Kochfeld liegt der ganz woanders als bei einer Haube an der Wand.

Strom für Beleuchtung unter den Oberschränken und, falls gewünscht, für eine Steckdose in der Insel.

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Wasser, Abwasser und der Dunstabzug

Die Spüle bestimmt, wo Zu- und Ablauf liegen. Bei einer Spüle in der Insel müssen die Leitungen durch den Boden geführt werden — das muss vor dem Estrich klar sein, sonst ist es später praktisch nicht mehr machbar.

Dasselbe gilt für den Geschirrspüler: Er braucht Wasser, Abwasser und Strom, und wenn er erhöht eingebaut werden soll, ändert das die Anschlusshöhe.

Die zweite große Entscheidung ist der Dunstabzug:

Abluft führt die Luft nach außen. Das setzt einen Mauerdurchbruch voraus, der im Rohbau eingeplant werden muss. Nachträglich ist er in einem fertigen Haus aufwendig.

Umluft filtert die Luft über Aktivkohle und gibt sie an den Raum zurück. Die Filter müssen regelmäßig gewechselt werden. In Neubauten mit dichter Gebäudehülle und Lüftungsanlage ist Umluft häufig die praktikable Lösung — sprechen Sie das aber unbedingt mit Ihrem Planer und Ihrem Lüftungsbauer ab.

💡 Tipp aus der Werkstatt

Bringen Sie Ihren Elektriker und Ihren Küchenplaner an einen Tisch — notfalls telefonisch, für zwanzig Minuten. Dieses Gespräch verhindert mehr Ärger als jede noch so gute Zeichnung, die zwischen zwei Gewerken hin- und hergeschickt wird.

Bauliche Punkte, die später niemand mehr ändert

Die Fensterbank. Liegt sie zu tief, lässt sich das Fenster hinter der Arbeitsplatte nicht mehr richtig öffnen. Im Neubau können Sie die Höhe noch beeinflussen — im Bestand fast nie. Das ist der erste Wert, den ich beim Aufmaß nehme.

Der Bodenaufbau. Ihre Arbeitshöhe ergibt sich aus Sockel plus Korpus plus Arbeitsplatte — gemessen vom fertigen Boden. Üblich sind heute 90 bis 95 cm, individuell etwa 10 bis 15 cm unter Ihrer Ellenbogenhöhe. Wenn der Bodenbelag zwei Zentimeter höher aufbaut als gedacht, verschiebt sich alles.

Heizkörper und Fußbodenheizung. Ein Heizkörper hinter einem Unterschrank ist verlorene Wärme. Bei Fußbodenheizung sollte im Bereich der Kühl- und Gefriergeräte kein Heizkreis liegen.

Türanschläge und Durchgänge. Eine Tür, die in die Küche aufschlägt, kostet Sie einen halben Meter Planungsfläche. Im Neubau ist der Anschlag noch frei wählbar.

Deckenhöhe. Sie entscheidet, ob Hochschränke bis unter die Decke gehen oder ob oben eine Staubkante bleibt.

Checkliste für das Gespräch mit dem Elektriker

  • ✅ Küchenplanung liegt als Zeichnung mit Maßen vor
  • ✅ Position von Kochfeld, Backofen, Spüle, Geschirrspüler, Kühl- und Gefriergerät ist festgelegt
  • ✅ Starkstromanschluss für das Kochfeld ist eingezeichnet
  • ✅ Höhe der Steckdosen über der Arbeitsplatte ist auf die Nischenhöhe abgestimmt
  • ✅ Entscheidung Abluft oder Umluft ist getroffen
  • ✅ Anschluss für Beleuchtung unter den Oberschränken ist vorgesehen
  • ✅ Bei Insel: Strom, Wasser und Abwasser vor dem Estrich geklärt
  • ✅ Bodenaufbau und fertige Fußbodenhöhe sind bekannt

Fünf Fehler aus der Praxis

1. Die Küche wird nach dem Verputzen geplant. Der Klassiker. Ab hier zahlen Sie für jede Änderung doppelt.

2. Die Insel wird erst spät gewünscht. Eine Insel braucht Strom und oft Wasser im Boden. Für eine Küche mit Insel sollten außerdem etwa 15 bis 20 m² zur Verfügung stehen, mit 90 bis 120 cm Abstand ringsum. Das lässt sich nicht nachträglich in einen Raum hineinplanen.

3. Geräte werden zu spät ausgesucht. Ein Gerät hat feste Einbaumaße und Anschlusswerte. Wer erst nach dem Elektroplan entscheidet, muss nehmen, was passt.

4. Der Hauswirtschaftsraum wird vergessen. Wenn Waschmaschine und Vorräte einen eigenen Raum bekommen, entlastet das die Küche erheblich — und ändert die Planung grundlegend. Anregungen dazu finden Sie in unserer Ausstellung zum Hauswirtschaftsraum.

5. Der Liefertermin wird zu knapp gesetzt. Lieferzeiten im Küchenbau liegen üblicherweise bei mehreren Wochen. Wer vier Wochen vor dem Einzug bestellt, kocht die ersten Monate auf einer Kochplatte.

Wenn im Neubau ohnehin mehrere Gewerke zusammenlaufen, übernehmen wir auf Wunsch die Koordination von Elektro, Sanitär und Boden — siehe Komplettrenovierung. Welche Geräte in Ihre Planung passen, sehen Sie in der Geräteausstellung.

Häufige Fragen zur Küchenplanung im Neubau

Wann genau soll ich mit der Küchenplanung anfangen?

Sobald der Grundriss steht und bevor die Elektroplanung abgeschlossen wird. Das ist der entscheidende Punkt: Der Elektroplan baut auf der Küchenplanung auf, nicht umgekehrt. Ein erstes Gespräch kostet Sie nichts und legt Sie auf nichts fest — es sorgt nur dafür, dass die Leitungen an der richtigen Stelle landen.

Kann ich die Küche schon bestellen, bevor das Haus fertig ist?

Planen ja, bestellen erst nach dem Aufmaß. Für die Bestellung brauchen wir die echten Maße im fertigen Zustand, also nach Estrich und mit feststehendem Bodenaufbau. Zwischen Aufmaß und Einzug sollten mehrere Wochen Lieferzeit liegen — diesen Puffer planen wir gemeinsam ein.

Abluft oder Umluft im Neubau — was ist besser?

Abluft führt die Luft nach außen und setzt einen Mauerdurchbruch voraus, der im Rohbau eingeplant sein muss. Umluft filtert über Aktivkohle und braucht regelmäßigen Filterwechsel. In Neubauten mit dichter Gebäudehülle und Lüftungsanlage ist Umluft häufig die praktikable Lösung. Stimmen Sie das mit Ihrem Planer und dem Lüftungsbauer ab, bevor der Rohbau steht.

Wie viel Platz brauche ich für eine Kücheninsel?

Rechnen Sie mit etwa 15 bis 20 m² Raumfläche und 90 bis 120 cm freiem Abstand rund um die Insel. Weniger führt dazu, dass sich zwei Personen im Weg stehen und Auszüge nicht vollständig öffnen. Bei kleineren Räumen ist eine L-Form die bessere Lösung, sie funktioniert schon ab etwa 8 m².

Muss ich die Elektrogeräte schon bei der Planung festlegen?

Zumindest die Typen und Größen, denn jedes Gerät hat feste Einbaumaße und Anschlusswerte. Ob es am Ende das eine oder andere Modell wird, lässt sich meist noch anpassen. Wir arbeiten unter anderem mit Bosch, AEG, Miele, berbel und Blaupunkt sowie mit Blanco und Franke bei Spülen.

Beraten Sie auch Bauherren außerhalb von Göppingen?

Ja. Wir betreuen Bauherren im ganzen Kreis Göppingen und darüber hinaus, etwa in Eislingen, Uhingen, Ebersbach, Salach, Süßen oder Rechberghausen. Unser Studio befindet sich in der Gartenstraße in Göppingen; zum Aufmaß und zur Montage kommen wir auf die Baustelle.

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Wir planen Ihre Küche so, dass sie in 20 Jahren noch zu Ihnen passt — im Studio in der Gartenstraße oder bei Ihnen zuhause, ganz ohne Kaufdruck.

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Tobias Schurr, Schreinermeister bei Küchen von Goll in Göppingen

Tobias Schurr

Schreinermeister & Küchenplaner

Tobias Schurr führt gemeinsam mit seinem Vater Dieter Schurr die Schreinerei Schurr und das Küchenstudio Küchen von Goll in Göppingen. Beide sind Schreinermeister, die Werkstatt gibt es seit über 100 Jahren. Vom ersten Aufmaß bis zur Montage plant das neunköpfige Team Einbauküchen für Kunden im Kreis Göppingen und im Filstal.